Liebste Zuckermäuse,

ist euch auch so kalt? Gefühlt bin ich noch im Sandalen-Modus, würde aber gerne am Abend die Heizung anmachen.

Es geht wahrscheinlich vielen Menschen so, denn klamottenmässig findet man draussen auch alles, von kurzen Hosen bis Mütze und Daunenjacke.

Mir sind die Woche wieder ein paar Gedanken durch den Kopf gegangen. Ich steige direkt ein.

Viele Menschen bekunden laut ihr Unverständnis für die heutige Jugend. Zu weich, zu individuell, zu egoistisch, keine Motivation für irgendetwas und so weiter…

So grundsätzlich langweilen mich solche Äußerungen einfach nur, aber bei einer Sache kommt mir direkt die Kotze hoch.

„Die sind alle so verweichlicht, oder zu sensibel.“

Ich verstehe sehr gut, wie solche Aussagen möglich sind.

Was die Kotze hoch holt, ist meine immer wiederkehrende Enttäuschung darüber, dass manche Menschen unfähig sind und es bleiben, zu reflektieren.

So jetzt Schritt für Schritt mit Grit. Haha

Der älteren Generation ist meist unheimlich Schreckliches widerfahren. Emotionale Härte, Verlassenwerden, Hunger, Misshandlung in allen Variationen etc.. Das ist quasi deren Messlatte für Schmerz. Also körperlicher und emotionaler Schmerz.

Die Kinder dieser Generation mussten vielleicht schon nicht mehr hungern, wurden nur ein bisschen gehauen und ggf gab es sogar emotionale Zuwendung.

In den Augen der Eltern, hatten also die Kinder nichts auszustehen, weil als Masstab der eigene Schmerz angesetzt wird.

Jetzt haben diese Kinder ja aber nicht die Messlatte ihrer Eltern, sondern machen eigene Erfahrungen und erleben ihren eigenen Schmerz. Sie fühlen sich zu wenig gesehen, wurden überstimmt, fanden auch die Ohrfeigen richtig verletzend und vielleicht auch, dass sich die Eltern getrennt haben.

Die Kinder der Kinder werden genauso wieder verletzt und tragen wegen anderer Sachen „ Kleinigkeiten“ ihren Schmerz.

Wenn ich jetzt faktisch die Verletzungen miteinander vergleiche, komme ich zum Schluss, dass „fast Verhungern“ viel schlimmer ist, als rationiertes Essen. Oder das mit dem Ledergürtel verprügeln viel doller wehtut, als „ein Klaps hinter die Löffel“.

Und genau das machen viele Menschen. Sie vergleichen, ohne drüber nachzudenken. Das Blöde ist, dass der Schmerz, auf emotionaler Ebene, aber der Gleiche ist. Die Empfindung darüber, dass Grenzen verletzt wurden, dass grundlegende emotionale Bedürfnisse nicht gestillt wurden und Macht missbraucht wurde, ist gleich.

Es geht hier nicht um Schuld, sondern darum anzuerkennen. Den eigenen Schmerz und den Schmerz des anderen. Vergleichen ist Kacke.

Ich persönlich freue mich riesig darüber, dass viele junge Menschen 1. in der Lage sind ihren Schmerz zu benennen und 2. ihn auch zu fühlen. Man stelle sich vor, die harte, hungernde und verprügelte Generation hätte nichts anders gemacht und die eigenen Kinder auch wieder hungern lassen, verprügelt usw.. Hier würden nur innerlich tote Menschen herumlaufen. Ja die gibt es und es tut mir unsagbar leid.

Genau deshalb finde ich es klasse, dass „die Jugend weich“ wird.

Härte haben wir schon genug auf diesem Planeten.

Auf das die Kotze in Zukunft unten bleibt!

Macht´s Euch hübsch und fühlt Euch gedrückt

Eure Grit

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Peace and out

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