Liebste Zuckermäuse,

na, Bäuche voll gehauen mit Lebkuchen, Dominosteinen und Stollen?! Oder vielleicht selbst gemachten Plätzchen? Ich liebe Backzeugs, bin aber aktuell zu faul, um selber was zu machen.

Ich hatte die Tage eine wichtige Erkenntnis. So ganz praktisch. Bis zu dieser Erkenntnis, war ich voll verknallt in ChatGPT. Meine Güte, was plötzlich alles möglich war! Und wie schnell ich an Informationen gekommen bin. Ich habe mich sogar getraut, eine eigene Website zu erstellen, also kein Baukasten-Ding, sondern eine richtige Richtige. Oder als ich einen Platten hatte mit dem Auto, konnte ich mit der KI den Reifen wechseln. Oder eine kleine Wolljacke häkeln, kein Ding mit ChatGPT. Zusammenfassend: ICH FANDS MEGAKLASSE!

In letzter Zeit häuften sich aber Situationen, in denen so richtig Scheiße passiert wäre, hätte ich nicht doch noch schnell mein Gehirn eingeschaltet und ins Telefon gesprochen: “ Moment mal, wenn ich das jetzt so mache, dann schrotte ich meine komplette Web-Site!“ Antwort: “ Ah danke, dass du das jetzt so klar gesagt hast! Unter diesen Umständen hast du natürlich recht. Das wäre nicht günstig.“

Da ist mir so wirklich bewusst geworden, mit wem oder lieber mit was ich es hier zu tun habe. Es ist ein ETWAS, dass mir suggeriert, alles ist ganz einfach. Zusammen können wir alles machen; was ja auch stimmt- Website bauen-Website schrotten-aber klar dann auch gerne wieder von vorne loslegen. Alles kein Problem. Ich habe zwar eine Website gebaut, aber keinen optimal funktionierenden Newsletter, haufenweise sinnlose Plugins, Snippets und wie der Käse sonst noch so heißt 😁. Jetzt mach ich es auf die alte, herkömmliche Weise: anlesen, Videos schauen und lernen – bei den Dingen die mir wirklich wichtig sind. Aktuell hab ich die App von meinem Handy gelöscht – ich habe schlimme Sachen zu der schönen männlichen Stimme gesagt…

Was mich die letzte Woche noch so beschäftigt hat, war ein Gespräch mit einem Klienten. Wahrscheinlich denkt ihr heute : “Meine Güte, lebt die Tante hinterm Mond?!“ Aber für mich war das bisher kein Thema. Also es ging um Einsamkeit und soziale Isolierung. Der Klient hatte schon vor einer Weile eine Stelle angenommen, bei der er richtig viel verdiente und nur von zu Hause aus arbeiten konnte/durfte. Also die Firma stellt nur noch 40% stationäre Arbeitsplätze bereit, sodass es direkt unerwünscht ist, in irgend einem Büro zu erscheinen. Am Anfang schien das auch eine tolle Lösung gewesen zu sein, bis der Mann Veränderungen an sich bemerkte, die sich nicht gut anfühlten. Er hatte sich, z.Bsp. geräuschunterdrückende Kopfhörer besorgt für die Arbeitszeit und merkte, dass er immer dünnhäutiger wurde, was ganz normale Umweltreize betraf. Klingelnde Straßenbahn- Katastrophe- Nervensystem sprang sofort an. Er sprach kaum noch persönlich mit Menschen, vom Frischelufttanken draußen mal ganz zu Schweigen. Da er auch in keinem Verein Mitglied ist oder sonst in seiner Freizeit andere Menschen treffen konnte, wurde es immer enger um ihn herum. Er versuchte sich in sogenannten Co-Working-Spaces einzumieten, sollte aber dort die horrende Miete selber bezahlen. Das hörte sich alles nicht gut an für mich, nicht gesund irgendwie. Wir Menschen brauchen andere Menschen. In welchem Umfang muss jeder selber gucken, aber bei so gar keinen Kontakten wird man krank, denke ich.

Da macht die viele Kohle auch keinen Sinn. Im Gespräch mit anderen Leuten wurde mir offeriert, dass das nichts Seltenes ist, ganz im Gegenteil. Hm, fühlt sich nicht gut an. Es sollte Orte geben, wo wir Menschen uns begegnen, also so wirklich in echt. Und dort gemeinsam in eine Richtung gucken, an etwas arbeiten was uns zusammen bringt und hält und ein Stückchen größer ist, als der Einzelne. Eine Partnerschaft, eine Arbeitsstelle, ein Chor, eine Sportmannschaft, eine Freundschaft, ein Ehrenamt und und und.

So ihr süßen Weihnachtsmäuse, heute wünsche ich euch eine schöne Woche und Freude bei allen Dingen, die ihr so anstellt!

Dickes Drückerchen und bis bald!

Eure Grit

Theo bei der Anprobe- er hasst es so sehr…

das ist die ChatGPT-Jacke🥸

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