Heute wird’s schwer für mich mit dem Schreiben. Es geht um Wahrnehmungen, die nicht „anfassbar“ sind und somit nicht so leicht zu beschreiben. Ich versuch´s trotzdem.

Bei einer meiner Massagen damals, war ich in einer Art meditativem Zustand, heisst, meine Hände machten was sie sollten und ich dachte bewusst an nichts. Plötzlich durchfuhr mich ein tiefer emotionaler Schmerz und ich nahm ein kleines Mädchen war, was heftigst verprügelt wurde. Es war nicht sichtbar im Sinne von einem richtigen Bild, sondern eher schemenhaft, wie lebendige Schatten von Menschen. Wie gesagt, es ist schwer zu beschreiben.

Ich war schockiert und sehr verunsichert. Was war das? Wo kam das her? Was hat das mit mir zu tun? War ich so weggetreten beim Massieren und hatte einen Alptraum? Es fühlte sich nicht gut an und es fiel mir sehr schwer, die Massage zu Ende zu bringen. Auch war ich nervös zu erfahren, wie es der Frau unter meinen Händen ging. Bekam sie irgendetwas mit?

Nein. Tiefenenstpannt, friedlich und dankbar stieg sie von der Liege. Ich habe mich nicht getraut nachzufragen. Das war zu abgefahren. Ein bisschen später hatte ich mich beruhigt und mein Verstand erfand alle möglichen Erklärungen, die ich bereitwillig nahm. Bis zur nächsten Massage…

Schon in der ersten Viertelstunde hatte ich das Gefühl, meine Kundin und ich sind nicht allein im Raum. Es war soooo unheimlich. Als schwirrte ein alter Herr um uns herum und wollte unbedingt was loswerden. Ich machte die Augen auf und versuchte all meine Konzentration auf meine Hände zu legen und nur zu beobachten was sie taten. Werde ich jetzt psychotisch?!

Ich war heilfroh, als die Stunde vorbei war und auch hier gab es wieder keine andere Reaktion des Gastes, als Freude und Dankbarkeit.

So das wars, dachte ich. Meine kommenden Massagetermine sagte ich ab. Ich hör auf damit. Wahrscheinlich ist das doch nichts für mich. Vielleicht ist das jetzt eine weitere negative Facette der Hochsensibilität, dachte ich. Also Schluss.

Das Blöde war, dass ich mit niemandem darüber reden konnte. Sollte ich mich vielleicht selber einweisen in die Psychiatrie? Hm. Möglicherweise find ich ja was im Internet dazu.

Eine Seite sprach mich direkt an. Ein Meditationslehrer aus Leipzig, Sebastian. Auf seiner Homepage sprach er von Astralreisen und der Anderswelt, also das klang für mich genauso irre, wie das was ich „erlebt“ hatte, ergo müsste er mich verstehen.

Ich schrieb ihm mit klopfendem Herzen eine Email und war zwei Tage bis zu seiner Antwort ein einziges Nervenbündel.

Seine Nachricht war nett und kurz mit dem Inhalt, dass ich nicht spinne und ich meiner Wahrnehmung vertrauen soll. Alles weitere wird sich ergeben.

Alles weitere wird sich ergeben?! Was soll die Kacke?! Red ich jetzt beim Massieren mit toten Menschen? Seh ich jetzt immer das erlebte Elend meiner Massagegäste? Kann ich das irgendwie „abschalten“? Ist das bei jedem so? Soll ich damit was machen? Muss ich das erzählen?

Ich war ziemlich sauer. Leute zu massieren und dabei ein bisschen runter zu kommen hätte vollkommen gereicht. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange ich dann mit dem Massieren pausiert habe, ein paar Wochen waren es auf jeden Fall. Der Wut und Angst stellte sich immer mehr meine Neugier entgegen. Ich wollte schließlich alle meine Fragen beantwortet haben!

Und ich bekam meine Antworten…

Warum ich heute noch einen roten Kopf kriege, wenn ich an manche Massagen aus dieser Zeit denke, erzähle ich euch nächste Woche.

Liebste Grüßchen

Eure Grit

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