Ich grüße Euch mit einem liebevollen Hallo!

Meiner Erfahrung nach, hat alles seinen Preis.

Ich wollte weiter meiner spirituellen Arbeit nachgehen, hatte aber noch keinen so großen Kundenstamm, der mich finanziell getragen hätte. Um diesen aufzubauen, konnte ich aber nicht weiter 35 h im Büro mit Kundenkontakt arbeiten.

Das Großraumbüro hatte ich, dank einer verständnisvollen Chefin, damals schon gegen ein Zwei-Mann-Zimmer eingetauscht. Eine Riesen- Erleichterung für mich, da mein System nicht so schnell voll lief. Trotzdem war da noch das Telefon und die Arbeitszeit. Ich rechnete mir aus, was ich unbedingt an Einkommen zum Leben brauchte und brach das auf die Arbeitsstunden runter. Jippi, 20 h wöchentlich war möglich!

Jetzt hatte ich wieder unglaubliches Glück, denn es fand sich an meiner Arbeitsstätte eine Aufgabe für 20 Stunden. Logisch, das war jetzt ganz einfaches, stupides Abarbeiten, aber genau darum ging es ja. Ich war so happy! Zwischen meinem Bürojob und meinen Massagen hatte ich jetzt etwas Luft und mein Energie-Level stieg wieder an.

Das ging ca ein halbes Jahr. Dann merkte ich, dass sich schon wieder irgendetwas veränderte. Ich häufte Minusstunden an ( bei 20 h wöchentlich!), war mit meinen Gedanken ständig woanders und konnte meiner Aufgabe keinen Ernst mehr beimessen. So richtig was dagegen unternehmen wollte ich aber auch nicht. Es lief alles so nebenher.

Bis ich eines Tages eine Email von der zuständigen Personaltante bekam, in der sie mir mitteilte, dass die Minusstunden Anlass für ein ernstes Gespräch seien. Normalerweise wäre mir das Herz sonst wohin gerutscht; stattdessen fing ich herzhaft an zu lachen! Ich konnte mich kaum beruhigen und erntete völliges Unverständnis von meiner lieben Kollegin. In dem Moment war es klar. Ich habe genau diese Situation kreiert um endlich ein Entscheidung treffen zu müssen.

Die Energie die da freigesetzt wurde, war einfach enorm. Ich konnte es kaum erwarten, alle Gedanken zu denken, die mir nur so in den Kopf schossen.

Wie könnte ich es bewerkstelligen, nur noch zu massieren und meiner spirituellen Arbeit nachzugehen?! Nach stundenlangem Denken hatte ich es. Ich bekam was ich wollte.

Mein Preis dafür war:

Ich gab meine Wohnung auf und zog zu meinem damals noch Freund und seiner Tochter. Ich verkaufte mein Auto und vieles von meinem Besitz. Ich machte mich zum ersten Mal komplett finanziell abhängig von einem anderem Menschen. Ich wagte mich nach 26 Jahren angestellt sein in die Selbständigkeit.

Damals wechselten sich Übelkeit, Durchfall und unbändige Freude täglich ab. Was für eine Aufregung! Viele Menschen unterstützen mich mit ihren Worten, andere hatten gar kein Verständnis. Es war unglaublich schwer, die Ängste der Anderen nicht an mich ranzulassen.

Besonders schön war dann das Gespräch mit der Personalleiterin und meinem damaligen Chef. Wir wollten ja eine Vereinbarung zu den Minusstunden treffen. Als ich zu den Gründen befragt wurde, konnte ich mich aufrichtig entschuldigen und von meiner Leidenschaft erzählen, die mich vom Abarbeiten abhielt. Ich hatte meine Kündigung vorbereitet und schob sie über den Tisch. Ich war so dankbar für die letzten Jahre und so froh, dass ich mutig genug war, diesen Schritt zu gehen. Nach dem die Kinnladen der anderen am Tisch wieder an Ort und stellen waren, haben wir uns respektvoll und freundlich voneinander verabschiedet.

Es fühlte sich richtig an. Zwei Sätze, die mich auch heute noch begleiten, betete ich damals mantramässig vor mich hin.

Mut wird immer belohnt.

Echte Entscheidungen bedeuten immer, Sicherheit aufzugeben.

Das lass ich direkt mal so als Abschluss für heute stehen.

Genießt das Herbstwochenende ihr Süßen!

Bis nächsten Freitag

Eure Grit

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noch völlig geflasht im Büro direkt nach der Kündigung

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2 Responses

  1. Ich bin Dir dankbar für Deinen Mut aus ganz vielen Perspektiven für mich persönlich. Aber am meisten freue mich für Dich und das Du ein Teil meines Lebens damit bist.
    Danke 😘

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