Schniefige Grüße in die Runde und allen Leidensgenossen mit Todesschnupfen wünsche ich baldige Genesung!

Wie angekündigt, ziehen wir heute um , in 127 qm Parkett und Stuck und riesige 14 Fenster und zwei Eingangstüren. Ein Träumchen! Ich hatte mir gedacht, dass ich wie alle anderen auch im „Homeoffice“ arbeiten werde und dafür waren die Räumlichkeiten perfekt geeignet.

Die Miete war kein Schnäppchen, aber machbar. Es gab eine Gaststätte unter der Wohnung. Gut, dass war ein unbekanntes Risiko, aber es sah nach gutbürgerlicher Küche aus und von den Öffnungszeiten war es okay. Der Rauch, den ich als frischer Nichtraucher im Treppenhaus wahrnahm, sei in den Teppichen im Flur, meinte die Vermieterin. Der würde die nächsten Wochen ersetzt, Problem beseitigt.

Es war auch erstaunlich ruhig, obwohl die Wohnung an einer Kreuzung von zwei stark befahrenen Straßen lag. 3 Monate später würde ich mich für diesen Gedanken selber als hohle Nuss bezeichnen. Es war Corona, Winter und alle Fenster geschlossen! Ey manchmal …

Für diesen Moment war jedenfalls alles schick und begeisternd.

Die vielen fremden Leute, die in den Keller liefen und etwas lauter morgens hackevoll wieder rauskamen, registrierten wir kurze Zeit später. Es stellte sich heraus, dass die angeblich generell geschlossene Bar im Keller, doch heimlich geöffnet hatte. Gut, noch nicht schlimm. Kam halt der Rauch nicht nur aus dem Teppich, sondern aus dem Keller. Auch die Kotze im Hof ging noch.

Spannend wurde es, nachdem auch das Restaurant wieder öffnen durfte. Um nicht in die Kälte zu müssen, rauchte das Personal direkt im Hausflur. Fenster öffnen tagsüber ging, wenn man sich an den Straßenlärm gewöhnt hatte und richtig hässlich wurde es für mich, als ich entdeckte, dass direkt unter meinem Küchfenster ein zweiter „Dreikaiserhof“ von der Bar im Keller eingerichtet wurde. Schön mit Biertisch-Garnituren, Schlager und ganz viel Bier. Gerne auch schon ab 9.30 Uhr morgens. Ich war fix und fertig. Aber es ging noch mehr.

Die Bar entpuppte sich als Sammelstelle für Leute halt, die viel tranken und wahrscheinlich gehörlos waren. Bis früh wummerten die Bässe in unser Schlafzimmer. Mehr als einmal stand ich zornig im Schlafanzug in diesem Keller und versuchte jemanden zu finden, der noch nicht völlig hinüber war und die Musik runter drehen konnte.

Zeitliche Einordnung; im März 2021 Einzug und im Mai/Juni wollte ich direkt schon wieder raus. Ging aber nicht, gab es doch ein Mietbindung für 12 Monate.

Es war eine Qual. Unter uns das Restaurant, an der Küchenseite die Assiecke und im Keller die „Bar“. Das Reden haben wir dann auch aufgegeben, weil es keinen interessiert hat, bzw wurde es wegen der bereits weichen Birne vom Alkohol immer wieder vergessen. Die Polizei hat ein bisschen geholfen, aber das war ja nur punktuell.

Der Betreiber beider Etablissements war ein Holländer in den Sechzigern und tat immer scheissfreundlich, wenn er da war, was nicht so oft vorkam. Ich hatte von vornherein ein komisches Gefühl bei ihm. Später stellte sich heraus, dass die Gaststätte und die Bar als Drogenumschlagplatz dienten. MIETBINDUNG 12 MONATE!

Wie immer, gab es auch eine andere Seite dieser kräftezehrenden Zeit. Stefan und ich fingen an, uns Gedanken zu machen, wie es denn für uns nach diesen 12 Monaten weitergehen könnte. Ziehen wir in eine andere Wohnung? Oder nutzen wir die Situation um alles anders zu machen? Was hat jeder von uns überhaupt für Vorstellungen für die Zukunft? Welche Vorstellungen des Anderen teilen wir?

Es entstand eine Idee von einer längeren Reise mit unserem Bulli.

Aus der Idee wurde Realität und im Februar 2023 starteten wir gen Süden. Zur Reise selber und den Vorbereitungen gibt es auch einen Blog und wer ihn nicht kennt und nachlesen möchte, kann das gerne tun unter: Stefanundgritunterwegs.wordpress.com

Jetzt habe ich quasi die letzten 10 Jahre ganz grob erzählt und bin selber neugierig, wie es bei meinen Herzgeschichten weitergeht. Vielleicht erzähle ich von der Liebe in meinem Leben? Schließlich habe ich mit meinen ca 25 Singlejahren einiges erlebt. Oder berührende Geschichten von anderen Menschen? Wer eine Meinung oder einen Wunsch hat, kann gerne einen Kommentar dazu hinterlassen.

Ich nehm jetzt meine 1258679 Taschentücher und 9847564 Liter Nasentropfen und verschwinde ins Nest.

Habt’s huschelig und liebevoll am Wochenende und lustig auch.

Bis nächste Woche

Eure Grit

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