Ein herzliches Hallo in die Runde!

Dank Eurer lieben Genesungswünsche produziere ich nur noch halb soviel Schleim und kann mich voller Energie in die Liebesthemen schmeißen.

Da ich erst mit 41 Jahren genau den Frosch fand, der sich nach dem Kuss tatsächlich in einen Prinzen verwandelte, gibt es ein nettes Sammelsurium für mich mit „nach dem Kuss immer noch Frosch“.

Zeitlich kriege ich das wahrscheinlich nicht ganz korrekt chronologisch erzählt, aber im Groben wird’s stimmen und eigentlich ist es ja auch nicht so wichtig.

Es gab von Anfang an einen Typ Mann ( früher Junge), der mich fesselte und schwärmen ließ.

Der Erste war Alexander, 8 Jahre. Er verdrehte mir den Arm, trat mir in den Hintern und versuchte mich ständig zu ärgern. Er war der Stärkste und Coolste in unserer Klasse. Ich fand´s nicht gut, ständig sein Opfer zu sein. Als ich wieder mal heulend nach Hause kam, nahm mich meine Mutter zu einem Gespräch beiseite.

„Griti, ich kann für dich in die Schule gehen und mich beschweren. Allerdings wird das voraussichtlich nichts bringen und Alexander wird wütend sein und weiter machen. Du musst dir selber Respekt verschaffen. Hau so fest zu wie du kannst!“( 1982-Es war eine andere Zeit und meine Mutter als alleinstehende junge Frau in einem Männerbetrieb konnte sich Zimperlichkeit nicht leisten.)

Ich (noch mehr heulend): „Und wenn mir das weh tut und er noch fester zurück haut?!“ Meine Mutter: „ dann beiß die Zähne zusammen und hau auch wieder zurück.“ Ich führte noch die Lehrerin ins Feld, die uns dann bestimmt beide bestrafen würde, doch meine Mutter meinte, das wäre nicht schlimm; für den Eintrag bekäme ich natürlich keinen Anschiss.

Ich kann heute noch mein Herz in meiner Hose klopfen hören, wenn ich daran denke, wie ich nächsten Tag in die Schule gegangen bin.

In der Pause ging es los. Ich ging zwischen den Bankreihen auf meinen Platz und bekam wieder einen Tritt in den Arsch. Mir schossen die Tränen in die Augen und am liebsten hätte ich mich irgendwo verkrochen.

Respekt, es geht um Respekt.

Dann ging alles sehr schnell. Ich drehte mich um, ging zurück und trat dem stehenden Alexander einfach irgendwohin. Ich rechnete mit dem Schlimmsten. Er ging in die Kniee und es passierte erstmal gar nichts. Vielleicht war´s schon vorbei? Leider nicht. Ich bekam einen heftigen Tritt zurück. Wahrscheinlich war ich voller Adrenalin, denn ich hatte kaum Schmerzen und drosch jetzt einfach wie irre auf Alexander ein.

Gewonnen hab ich diesen Kampf an diesem Tag nicht. Aber eigentlich doch, denn es gab nie wieder einen Kampf zwischen Alexander und mir. Nur noch Küsse unterm Balkon in der Platte in Hoyerswerda.

Tja und genau um die Typen ging es mein ganzes Leben. Nein, ich wurde nie wieder von einem Mann tätlich angegriffen, aber cool mussten Sie sein und stark und heulen durften sie auch nicht. Ich hatte unbewusst meinen ersten Glaubenssatz geschaffen. Was das genau bedeutet und was das für Auswirkungen auf meine Partnerwahl hatte, erzähle ich euch nächste Woche.

Ich schmeiße ein nichtmehrinfektiöses Küßchen in die Runde und wünsche euch ein huschliges November-Wochenende!

Eure Grit

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Am Ort des Geschehens😁
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„Komm nur her!“

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