Ihr Lieben, ein herzliches Hallo in die Runde!

Letzte Woche schrieb ich, wie toll der Herbst mit Theo ist und zack 6 Tage später Winter! Irgendwie komme ich dieses Jahr nicht hinterher. Das mit dem Wetter geht mir alles zu schnell. Da ich es nicht ändern kann, versuche ich den Fokus auf die schönen Dinge zu richten. Also, im Schnee sieht man die Hundekacke besser und ich muss nicht mit der Handy-Taschenlampe auf der Wiese „Such-den-Haufen“ spielen. Mütze tragen ist auch klasse, da es dann wurscht ist, ob die Haare gemacht sind. Und auch noch schön; die Beinhaare bekommen endlich die Chance, sich in ihrer ganzen Länge und Schönheit zu präsentieren. Ich hab ja den stillen Verdacht, dass meine genauso lang und buschig wachsen würden, wie die Beinhaare meines Mannes, wenn sie nur dürften.

Beinhaare, Männerbeine, schöne Männerbeine, schöne Männerbeine in schönen Jeans- und schon bin ich bei „meinem“ Kranfahrer. Also Überleitungen kann ich wirklich.

Es war Sommer und ich hatte über friendscout24 wieder einen Mann entdeckt, den ich treffen wollte. Wir hatten uns für einen Samstagnachmittag in Laubegast verabredet. Treffpunkt Parkplatz vor der feuchten Kurve, für alle Ortskundigen.

Ich wusste, dass er mit dem Auto kam von Irgendwo bei Leipzig. Wieder ordentlich aufgerüscht, schmiss ich mich aufs Fahrrad und los.

Ich wollte besonders sportlich und fresh daherschweben, bog auf den Parkplatz ein und nahm die Kurve zu sportlich. Nicht dass ich damenhaft vom Rad gerutscht wäre, nein, ich haute mich volle Kanne auf die Fresse, tat mir richtig weh und blieb erstmal liegen, teils vom Schock, teils vom Schmerz und vor allem vor Scham. Bitte, bitte mach, dass das keiner weiter gesehen hat!

Neben meinem Kopf nahm ich zwei gebräunte Füße in schicken Mokassins war. Ein bisschen höher folgten umgekrempelte helle Jeans mit Löchern, durch die noch mehr gebräunte Haut schimmerte. Ein luftiges weißes T-Shirt flatterte um einen muskulösen Oberkörper, der sich zu mir herunterbeugte. Ein Mund mit vollen Lippen fragte mich, ob ich mich verletzt hätte und ob ich die Grit sei. Keine Ahnung was ich dort von mir gegeben habe. Wieder in der Senkrechten sah ich die Augen zu dem Mund und logisch Mädels, er hatte halblange gelockte Haare. Ich hatte noch nie einen Surfer-Typen gesehen, aber genauso stellte ich mir einen vor. Meine Güte war der schön!

Ich dagegen war ganz schön ramponiert. Meine Hose war kaputt und meine Knie bluteten. Wir beschlossen gleich in den Biergarten zu gehen und meine Beine ausruhen zu lassen. Das „Schöne“ an dem Sturz war, dass das Eis direkt gebrochen war. Es gab keine angestrengten Pausen, wir konnten direkt über Fahrräder, Unfälle generell, Löcher in Hosen reden und Mitgefühl empfinden.

Es war ein netter Nachmittag. Inhaltlich wars bestimmt auch gut, aber ich war echt mit Starren beschäftigt. Fasziniert von der Verpackung.

Wir haben uns wieder verabredet. Ich sollte mich überraschen lassen und nur Zeit mitbringen. Da mein erster Auftritt echt mau war und ich es hier mit dem hübschesten Mann zu tun hatte, wollte ich bei diesem Date so richtig Gas geben. Volles Programm plus Highheels!

Er holte mich ab und wir fuhren Richtung Meißen. Dort gingen wir in ein Feinkostgeschäft und nahmen einige Köstlichkeiten mit. Wir fuhren weiter an der Elbe. An einer Wiese (Weidefläche) meinte er, hier wolle er mit mir picknicken. Dafür hätte er jetzt auch alles dabei. Während ich am Auto stand und überlegte ob und wie ich mit meinen schönen Schuhe über den Acker kam, baute er ein Zelt! auf. Okay. Wir hatten offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen vom Picknicken.

Meine Schuhe schmiss ich ins Auto und watschelte über die Wiese. Er hatte sich echt Mühe gegeben und alles nett hergerichtet. Ich lobte den tollen Picknickkorb und die Decke und die Servietten. Wer jetzt denkt, wir hätten nett gegessen und die Zeit genossen, irrt.

Die Deko nur einmal zu loben, reichte bei Weitem nicht. Es wurde jede Gabel, jeder Teller und jedes Glas aus diesem Korb besprochen. Dann ging es mit den Servietten weiter und der Tischdecke bis zum Zelt. Es war unfassbar langweilig! Nicht für ihn, hatte er doch alles nur für dieses Date angeschafft. Ich konnte es kaum fassen. Er war doch so schön; ach menno!

Nach gefühlten zähen Stunden drängte ich zum Aufbruch. Mittlerweile konnte mich auch die Verpackung nicht mehr davon ablenken, wie langweilig und selbstverliebt mein Date war. Was für eine Pleite!

Der Abschied gestaltete sich kühl und zügig. Der schöne Mann verschwand mit meinen schönen Schuhen im Auto aus meinem Leben.

Ich weiss gar nicht, ob ich meine Gefühle richtig transportieren konnte, oder ob ich hier nur als arrogante Else rüberkomme?!

Falls ja, wünscht euch die Else einen wunderschönen 1. Advent ( auch schön im Winter) viel Freude mit dem Schnee und dolle Huscheligkeit.

Dicke Drückerchen und bis nächste Woche

Eure Grit

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So ein großer Verlust!🫣

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