Liebste Menschen,

ein herzliches Hallöchen von mir in die Runde. Hoffentlich hat jetzt jeder von Euch die obligatorische Winter-Erkältung abgehakt?! Wenn nicht, Gute Besserung!

Ich mag dieses Wetter ganz sehr, weil es sich dann so richtig richtig anfühlt, sich zu Hause zu verkriechen. Ich liebe verkriechen. Mit vielen Decken und Kissen und Socken und jetzt sogar mit Kamin. In unserer kleinen Bude ist tatsächlich ein Kamin eingebaut und nachdem ich keinen Schiss mehr habe, Feuer zu machen, lodert gerade täglich dieser kleine Ofen. Hach. Ich liebe verkriechen und Kamine.

Dieses Verkriechen hat einen ganz tollen Nebeneffekt bei mir. In meinem Kopf entstehen viele Ideen. Gefühlt platze ich gerade vor Kreativität und würde alles sofort und am liebsten gleichzeitig machen.

Aktuell lerne ich Stricken und Häkeln. Es ist erstaunlich für mich, wieviele Frauen in meinen Dunstkreis beeindruckende Fähigkeiten in Handarbeiten haben und wunderschöne „Dinge“ herstellen können. In meinem Leben war das bisher nicht vorgesehen, umso schöner ist es für mich jetzt, von diesen Frauen zu lernen. Die Tage habe ich etwas fertiggestellt, dass tatsächlich einen hohen Nutzwert in meinem Haushalt hat. Das Gefühl war herrlich.

Über Kunst und Kreativität durfte ich die letzten Monate einiges lernen. Diese tiefe Überzeugung : „Ich kann nicht malen. Ich bin kein kreativer Mensch im herstellenden Sinne.“ durfte endlich gehen.

Durch die ständige Bewertung in der Schule in Kunst, z.Bsp. setzten sich genau diese Überzeugungen fest und hatten zur Folge, dass man es erst gar nicht versuchte.

Heute weiss ich, dass sich jeder Mensch kreativ ausdrücken kann. Vor einem Jahr traute ich mich ein Holzbrettchen mit bunten Formen zu bemalen. Es kam dabei zwar auch immer wieder mein innerer Bewerter dazu und wollte es schlecht machen. Ich habe es aber nicht mehr so Ernst genommen. Aktuell gucke ich auf ein 2,60 Meter großes Mandala an meiner Wand und werde jedesmal an den tiefen Frieden erinnert, den ich beim Malen empfunden habe.

Der Sohn einer Freundin meinte beim Betrachten, dass es nicht korrekt gezeichnet ist, dass man die vorgezeichneten Linien sieht und dass er das nie so malen würde. Herrlich! Ich hab mich so gefreut, weil ich kein bisschen angefressen wegen seiner Bewertung war. Ich kann ihm seinen Perfektionismus lassen und mir meine unperfekte Freude.

Da mir mein Mann komplett freie Hand für die Gestaltung unseres Büdchens ( ausser seinem Zimmer) lässt, werde ich noch viele Gelegenheiten haben, meiner Kreativität zu folgen.

Ähnliches erlebe ich gerade bei der Handarbeit. Es ist nicht gerade, es hat ganz unterschiedliche Qualitäten von Maschen, es hat etwas meditatives und freudvolles für mich.

Ich denke, Perfektionismus hat bei kreativen Prozessen nichts zu suchen. Bei Neurochirurgen aber bitte gerne und bei Piloten auch😁

In diesem Sinne lasst es fließen und freut euch daran!

Ein wunderschönes, huschliges Wochenende

Eure Grit

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das Brettchen
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Wandmandala
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😀
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