Liebste Menschen,

aktuell krieche ich viel in Hoyerswerda herum.

Ich bin dort geboren und habe die ersten 10 Jahre meines Lebens in der Platte verbracht. Rückblickend war es herrlich. Durch diese Plattenbauten gab es immer so eine Art Innenhöfe, in denen sich viele Kinder versammelten und dann oft blödsinnmachend den Nachmittag gestalteten, nachdem der Ranzen vorher schnell zu Hause in eine Ecke gefeuert wurde.


Da fällt mir ein, dass ich als Schlüsselkind oft selbige verlor und dann mit Zange und Schraubenzieher loszog, um später die Türe wieder aufzubekommen. Das waren damals so „Plasteschlösser“…ihr wisst was ich meine.


In der Kindermeute waren alle dabei aus dem Block. Die kleinen Geschwister mussten mitgenommen werden, worüber die „Großen“ nicht besonders glücklich waren. Egal, beim Flaschenklauen an der Flaschenrücknahme vom Konsum wurde jeder nach seinen Fähigkeiten eingesetzt. Die Kleinen als Ablenker, die Schnellen zum Klauen, die Zahlenfreunde mussten ausrechnen wieviel Pfand wir erbeutet hatten und die Abgebrühten gingen dann in den Konsum und gaben die Flaschen ab.
Mit dem schwer „verdienten“ Geld gab es meist Kaugummi ( die die so krümelig wurden und man ewig kauen musste, damit eine blasenmachentaugliche Substanz entstand).

Wenn ich heute durch meine Geburtsstadt ziehe, die definitiv nicht schöner geworden ist, tanke ich einfach viel Kraft mit schönen Erinnerungen und denke so vor mich hin.

Was hab ich damals gemacht? Was hat mich begeistert? Was habe ich oft gemacht, weil es mir leicht viel? Was hat mich angestrengt? Zu was musste ich mich zwingen?


Wenn ich mir diese Fragen beantworte, erfahre ich viel über meine Fähigkeiten und auch Unfähigkeiten. Unsere Fähigkeiten oder Kompetenzen sind in uns angelegt. Folgen wir diesen, fällt uns das leicht, es fließt aus uns heraus, wir müssen uns nicht anstrengen dafür und haben eine große Freude und einen enormen Energiegewinn dabei.

Handeln wir gegen unsere Fähigkeiten, weil uns das zB. eingeredet wurde, brauchen wir einen Haufen Energie dafür, es erschöpft uns und wir bekommen einen Stein nach dem anderen in den Weg gelegt.

Eine meiner Fähigkeiten ist das „Menschen-lesen“. Ich kann sehr gut Stimmungen, Gefühle, Situationen, Blockaden sehen und fix kombinieren, was gut für eine Lösungsfindung ist. Deshalb ist mein eingeschlagener Weg perfekt für mich.


Ich hatte es sehr viel früher, auf Empfehlung meiner Mutsch, mal bei einer Bank versucht und bin heute überzeugt davon, dass sich die Personaler beim Lesen meines Eignungstest in die Hose gepinkelt haben vor Lachen. (Muddi was hast du dir nur dabei gedacht!)

Das Schwierige dabei, sich seine Fähigkeiten bewusst zu machen, ist die Selbstverständlichkeit.
Es fühlt sich für uns so natürlich an, dass wir gar nicht auf die Idee kommen, dass sich andere damit schwerer tun. Also hier lohnt sich wirklich ein Vergleich, auf den man sonst verzichten sollte.


Ich dachte zB., dass mein Mann mich verscheissert, wenn er im tieferen Gespräch dasaß und meinte, er kann da keinen Zusammenhang erkennen, während ich genervt und ungeduldig vorm Flipchart hin und her hopste.
Umgekehrt geht es ihm mit mir genauso, wenn ich leicht dämlich gucke, während er mit größter Begeisterung über technische Abläufe beim Fotografieren spricht.

Ich finde wie immer, dass es sich fröhlicher lebt, wenn man auch darüber Bescheid weiss.
Im Idealfall entsprechen die meisten Aufgaben in unserem Leben auch unseren Fähigkeiten und wenn nicht, dann wird es höchste Zeit mal drüber nachzudenken.

Ihr lieben Zuckermäuse, ich wünsche Euch einen schönen Pfingstmontag und viel Freude bei dem was ihr macht.

Bis bald
Eure Grit

definitiv keine Fähigkeit: Geräteturnen😎

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