Liebste Menschen,

ich schreibe den Beitrag am frühen Freitagabend und freue mich schon aufs Fussballgucken.
Normalerweise sehe ich Fussball eher selten, aber bei internationalen Meisterschaften hole ich meine Gossengriti raus und verurteile den Schiri oder andere Spieler ohne Scham und lautstark vorm Fernseher, weil ich es natürlich viel besser kann…

Das Thema heute ist sehr berührend und komplex. Naja eigentlich ist es nur berührend und im Kern einfach. Einfach geht für uns Menschen jedoch nicht so leicht, weil unser Verstand noch so programmiert ist.

Das Leben hält für jeden von uns viele Herausforderungen zum Lernen bereit und hier geht es schon los mit der Eigenverantwortung. Kann ich die Herausforderung als solche sehen und mich der Aufgabe bewusst stellen oder sehe ich es als Strafe für was auch immer und gebe irgendjemandem oder irgendetwas die Schuld dafür?

Bei der Arbeit mit dem inneren Kind dürfen wir, zum emotionalen Einstieg, gerne mal Schuld verteilen. Wir dürfen uns rückblickend unserer Wut, unserer Ohnmacht und all unserer unterdrückten Emotionen bewusst werden. Dafür ist es hilfreich, als emotionales Hilfsmittel, unsere Bezugspersonen in die Verantwortung zu nehmen.

Der größte Käse ist jedoch, in dieser inneren Kind Haltung hängen zu bleiben.
Damit verdammt man sich selber zu einer ewigen, meist unbewussten Opferhaltung. Man reift nicht, wird nicht wirklich emotional und mental erwachsen.

Was, wenn man sich dessen bewusst wird?

In diesem Moment übernimmt man die komplette Verantwortung für sich selber. Man hört auf, sich selber was vorzumachen. Stellt das eigene Bild (Ego) mutig in Frage. Lernt seinen Schmerz kennen. Kann den eigenen Schmerz in anderen Menschen erkennen und umgekehrt. Man lernt anderen zu verzeihen. Man lernt sich selber zu verzeihen.

Meine eigene unbewusste Opferhaltung endete mit einer großen Krise, da war ich 35.

Meine bewusste Opferhaltung, also das Arbeiten mit dem inneren Kind, endete vor ca zwei Jahren, d.h. mit 47 wurde ich erwachsen. Eigenverantwortung zu übernehmen bringt viel Freiheit, tiefen Frieden, ne Menge Kreativität, wirkliche Erkenntnisse und neue Menschen.

Meiner lieben Mutsch schreibe ich hier mit dem größten Respekt und der tiefsten Liebe, die ich empfinde; Danke für deine Geduld in diesen 12 Jahren mit mir, Danke für deinen Mut, mich mit all meinen Anklagen zu hören und versuchen zu halten, Danke für deine Offenheit, dir selber unangenehme Fragen zu stellen, Danke für deine Ehrlichkeit, Danke für deine Hilfe, die Muster „unserer Frauen“ zu sehen und zu durchbrechen und vor allem Danke für deine Liebe, die ich auch ohne Worte fühlen kann.

Deine/Eure Grit

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