Liebste Menschen,

bei meiner abendlichen Gassirunde duftete es aus sämtlichen Richtungen nach angeschmissenen Grills (klingt komisch der Plural), Musik lief und Menschen schnatterten.
Kurz darauf fiel es mir ein; ist ja Schulanfang.
Viele kleine Leute lassen den Kindergarten hinter sich und erwischen hoffentlich liebe, verständnisvolle Lehrkräfte, tolle Freunde und bekommen ihre natürliche Neugier gestillt.
Also meine Daumen und besten Wünsche haben sie!

Ich möchte heute nochmal über Glaubenssätze schreiben, denn viele werden gerade im Schulalter angelegt.

Nochmal kurz, was ich unter Glaubenssätzen verstehe.

Ich mache als Kind eine emotionale Erfahrung, die schmerzt. Und um diesen Schmerz nicht noch einmal fühlen zu müssen, versuche ich mein Verhalten anzupassen. Das alles packe ich unbewusst in eine feste Regel, einen Glaubenssatz.

Ein Beispiel: das Kind bekommt eine schlechte Note und wird dafür zu Hause bestraft. Verbal, körperlich oder emotional, Liebesentzug und so einen Mist eben. Das Kind lernt hier die Regel:
Ich werde für Fehler oder eine schlechte Leistung bestraft, geschlagen, nicht mehr liebgehabt usw.
Das Kind bekommt eine gute Note und erhascht damit die Aufmerksamkeit der Eltern, vlt in Form von Lob, Anerkennung, materielle Zuwendung, Essen etc.
Das Kind lernt ( glaubt) wenn ich was leiste, werde ich anerkannt, liebgehabt und gelobt.

Auch wenn wir erwachsen werden, uns dieser tiefen Überzungen aber nicht bewusst sind, reagieren wir noch genauso wie die Kinder, die wir waren.

Wir erlauben uns keine Fehler, funktionieren weit über unsere Grenzen hinaus, lechzen nach der Aufmerksamkeit von Außen, befinden uns im ständigen Vergleich mit anderen und müssen immer irgendwie besser sein oder werden.
Unsere kleinen Leute im Körper von Erwachsenen.

Für diese damals wichtigen Glaubenssätze zahlen die meisten von uns als Erwachsene einen hohen Preis, unbewusst natürlich.

Ja ganz wichtig nochmal, damals waren diese Regeln aus den Erfahrungen meist emotional oder auch körperlich überlebenswichtig. Hätte zum Beispiel das Kind nach dem Wutanfall der Bezugsperson weil irgendwas nicht gepasst hat, sein Verhalten nicht korrigiert und immer wieder die gleiche ( meist gesunde) Reaktion gezeigt, hätte es das entweder emotional oder körperlich nicht überlebt. Jedes Kind braucht ein Mindestmaß an Zuwendung.

Was ich bisher beobachten und selbst erfahren durfte, ist der enorme Druck und Stress der mit solchen „Programmierungen“ einhergeht. Jegliche Formen von Beziehungen, sei es in der Arbeit, in der Liebe oder zu Kindern werden tief von diesen Glaubenssätzen beeinflusst.

Was mir dazu jetzt schon mehrmals begegnet ist, dass, wenn sich diese heftige „Leistungsprogrammierung“ z.Bsp. bei beiden Eltern findet und sich höchstwahrscheinlich durch die vorherigen Generationen zieht, Kinder geboren werden, die nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, diese Programmierung fortzusetzen.

Es ist die große offensichtliche Chance für die Erwachsenen sich ihre Glaubenssätze bewusst zu machen und zu korrigieren.
Leider passiert das in den mir bekannten Fällen nicht.
Es bricht einem das Herz.

Ich sehe allerdings auch wundervolle andere Beispiele, wo sich Erwachsene ( egal wie alt) mutig an diese Glaubenssätze herantrauen und damit für sich, ihre Lieben und überhaupt ihr Umfeld eine heilsame Umgebung schaffen.

Ihr merkt, dass mir die kleinen Leute in echt oder als getarnte Erwachsene sehr am Herzen liegen. Es passiert einfach zuviel unnötiger Mist in allen Gesellschaftsschichten.

So nun wüsche ich Euch viel Freude am Sonntag, vielleicht beim Aufräumen oder Ausnüchtern oder Verwandte nach Hause verabschieden oder Zuckertüten ausräumen.
Egal bei was, macht´s Euch hübsch und fühlt Euch gedrückt

Bis bald
Eure Grit

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Große und kleine Leute❤️

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